NVidia plant eigenen Notebook-Prozessor auf ARM-Basis

Mit dem Tegra hat NVidia sich in das Marktsegment der Mobil-CPUs für Smartphones und Tablets begeben und ist mit dem Tegra2 mittlerweile in der zweiten Generation auf diesem Gebiet tätig. Nun hat NVidia einen Einblick in die weitere Planung des Unternehmens für diesen stark wachsenden Markt gegeben.

Tablet-PCs mit dem neuen Tegra3, bzw. „Kal-El“ sollen gegen Ende des Jahres erscheinen und die Nachfolge des Tegra2 antreten, wie NVidias CEO Jen-Hsung Huang auf der Citi Technology Conference berichtete. Telefone auf Basis des Kal-El sind erst für das zweite Quartal 2012 vorgesehen.

Unter anderem bietet Kal-El vier Prozessorkerne statt der zwei Kerne beim Tegra2, die Grafikeinheit wird von 8 Shader (4 Pixel-Shader + 4 Vertex-Shader) auf 12 Shader aufgestockt.

Eine für viele interessante Ankündigung dürfte wohl sein, dass NVidia mit dem Kal-El+ einen Ableger für den Notebookmarkt bringen will. Dies wird nicht zuletzt durch Microsofts Windows 8 für ARM-Prozessoren ermöglicht.

Schon früher haben wir über eine wachsende Konkurrenz zwischen ARM und x86-Prozessoren spekuliert und sowohl Microsofts Ankündigung, das neue Windows 8 auch in einer ARM-Variante auf den Markt zu bringen, als auch NVidias Ankündigung einer eigenen ARM-basierenden Notebook-CPU untermauern unsere Annahmen aus unserem früheren Artikel. Der Kal-El+ soll etwa zeitgleich wie Windows 8 für ARM-Systeme Ende 2011/Anfang 2012 erscheinen.

Insbesondere die Akkulaufzeit ist sehr häufig ein wichtiges Kriterium bei Laptops und durch den besonders niedrigen Verbrauch von ARM-CPUs bieten diese ein wichtiges Kaufargument im Vergleich zu den konkurrierenden x86-basierten Systemen von Intel und AMD.

Eine weitere interessante Entwicklung könnte der Kal-El-Nachfolger „Wayne“ mit sich bringen. Voraussichtlich wird Wayne als erster ARM-Prozessor aus dem Hause NVidia auf die so genannte Unified-Shader-Architektur setzen, die mit der GeForce 8800GTX erstmalig Einzug in den Desktop-PC-Bereich hielt und NVidia-Grafikkarten seitdem die Verwendung der CUDA-Technologie ermöglicht, über die auch z. B. PhysX realisiert wird. Die für Mobilgeräte aber wohl weitaus wichtigere Eigenschaft von CUDA ist, dass hierdurch direkt auf der Grafikeinheit programmiert und gerechnet werden kann, was sehr hohe parallele Rechenleistung ermöglicht. Das so genannte General Purpose Computation on Graphics Processing Unit, kurz GPGPU erlaubt in vielen Einsatzgebieten eine deutlich höhere Rechenleistung im Vergleich zur CPU. Neben dem proprietären NVidia-Standard CUDA lässt sich auch der offene Standard Open CL über CUDA nutzen, der auch von anderen Herstellern unterstützt wird, was für eine Verbreitung entsprechender Anwendungen ein entscheidender Vorteil sein dürfte.

Neben „Wayne“ steht mit „Grey“ auch für Mobilfunkgeräte wie Smartphones ein neuer Chip auf dem Plan. Dieser wird mutmaßlich über 3G/4G Mobiltechnik von Icera verfügen. Icera wurde im Mai von NVidia für 367 Mio. US Dollar übernommen.

Auch an einem eigenen Betriebssystem für Smartphones arbeitet NVidia. Nach Aussagen von Jen-Hsung Huang will sich NVidia verstärkt auf den Mobil-Sektor konzentrieren, denn hier sieht Huang enormes Wachstumspotential.

Quelle: Heise