Captiva GT 520 passiv

Alles wird kleiner! Diese Entwicklung macht auch vor dem PC nicht halt. So kommen seit einiger Zeit kleine Rechner – sogenannte HTPCs – in Mode. Solche PCs haben ihr Augenmerk weniger auf Leistung, sondern vielmehr auf Vielseitigkeit und Geräuschlosigkeit gelegt. Ganz klar, da ist jeder Lüfter genau einer zu viel. Aus diesem Grund gibt es Grafikkarten mit passiver Kühlung, also nur mit Passivkühler.

Eine dieser Karten ist die GT 520, welche Captiva ins Sortiment aufgenommen hat. Wie es mit dieser Karte aussieht und ob man sie in den eigenen HTPC einbauen kann, wollen wir in unserem neusten Review klären.

 

Spezifikationen

Die Captiva GT 520 ist mit dem GF119 bestückt. Der GF119 stellt einen stark beschnittenen Fermi-Ableger dar und verfügt nur noch über einen Streaming Multiprozessor mit insgesamt 48 Cuda-Cores und 8 Texturierungseinheiten. Der Chiptakt beläuft sich auf 810 MHz. Der Shader taktet standardmäßig mit 1610 MHz und die 1024 MB GDDR3 Speicher mit 900 MHz. Dieser ist mit einem 64 bit Speichercontroler angebunden. Der Chip wird im 40 nm Verfahren gefertigt und ist lediglich 79 mm² groß. Somit hält sich Captiva voll an das Referenzmodell von Nvidia. Lediglich der Kühler wurde ein wenig abgeändert. Standardmäßig ist ein Aktivkühler mit einem 40 mm Lüfter auf die Karte montiert. Dieser wurde durch einen passiven Kühlkörper ersetzt.

Über die wichtigsten Merkmale geben wir einen kurzen Überblick:

  • Codename: GF119
  • Taktrate Chip: 810 MHz
  • Taktrate Shader: 1610 MHz
  • Taktrate Speicher: 900 MHz
  • Speichergröße: 1024 MB
  • Shader Recheneinheiten: 48
  • Shadereinheiten: Skalar-Prozessoren
  • DirectX-Version: DirectX 11
  • Audio-Controller: 7.1 (HD-Bitstream)
  • TDP: 29 W

Für den HTPC-Bereich dürfte diese Grafikkarte schon einmal theoretisch von sehr hohem Interesse sein, zumal auch die GeForce GT 520 mit dem Video-Prozessor der vierten Generation (VP4) ausgestattet ist, mit welchem alle gängigen Video-Codecs von der GPU beschleunigt werden könnten. Ebenfalls unterstützt dieses Modell HD-Audio das per Bitstream über den integrierten Audio-Controller ausgegeben wird.

 

Impressionen

Die Karte kommt in einem kleinen unauffällig gestalteten Karton. In diesem kleinen Karton findet man neben der Karte noch ein wenig Reklame und eine Treiber DVD mit veralteten Treibern, was aber bei jeder Grafikkarte der Fall ist. Hier empfiehlt es sich immer von Nvida (Link) den aktuellen herunterzuladen. Kabel oder Adapter sucht man im Lieferumfang vergeblich, deshalb gilt vor dem Kauf schon einmal festzustellen, welche Monitoranschlüsse denn benötigt werden, um ggf. Adapter mit einplanen zu können.

Ein HDMI und DVI Anschluss ermöglichen hierbei die digitale Bildwiedergabe, einen VGA Anschluss gibt es darüber hinaus für die analoge Übertragung.

Die Karte Selbst ist in einer Kartonfalte gegen Verrutschen während des Transport gesichert und wurde zusätzlich in die obligatorische Antistatik Tüte Verpackt.

Da die GT 520 mit unter 30 Watt Verbrauch arbeitet, kommt sie ohne separaten Stromanschluss klar und bezieht den benötigten Strom über den PCIe Anschluss. Für den DDR3-Speicher hat Captiva eine ausreichende, einzelne Phase umgesetzt; gleiches gilt für die GPU.

Der Heatspreader, welcher die Kühlung übernimmt, wurde aus einem Stück Aluminium gefertigt und via Schrauben an das PCB angebracht. Da der Kühler nicht zu schwer ist, hält diese Lösung ganz gut und ist eigentlich schon etwas übertrieben. Für die Wärmeübertragung zwischen GPU und Kühler wird hier auf Wärmeleitpaste gesetzt.

Der Kühler belegt aufgrund seiner stattlichen Ausmaße einen zusätzlichen Slot unter dem PCIe Anschluss. Auch bei HTPCs gilt daher Rücksicht zu nehmen, dass die Karte auch passt.


Die Lötstellen und Anschlüsse auf dem blauen PCB sind durchweg gut. Einzig das Flachbandkabel erschien uns etwas locker, was aber nicht weiter störte, da wir zu keiner Zeit Bildprobleme feststellen konnten. Ebenso konnten wir keine Defizite beim Anschlussblech feststellen, was bei solchen kleinen Karten unter Umständen schon einmal locker sein kann.

Benchmarks
Kommen wir nun also zu den Benchmarks. Hierzu nutzen wir folgendes Testsystem wie es relativ häufig zu finden ist. Von einer Übertacktung sahen wir in diesen Fall ab.

  • CPU: i5 2500k
  • Mainboard: Intel Desktop Board
  • RAM: 4 GB (2x 2 GB) 1333 MHz CL 9 Corsair
  • Netzteil: OCZ ZS Series-650w
  • Festplatte: 320 GB Seagate Momentus 7200
  • Gehäuse: Benchtable

Zuerst widmen wir uns für leichtere Vergleiche den synthetischen Benchmarks.

3D Mark Vantage
 

3D Mark 06
 

3D Mark 11
lieferte leider keinerlei Ergebnisse.

In den von uns durchgeführte synthetischen Benchmarks weiß die Captiva GT 520 durchaus zu überzeugen, allerdings muss man sich ganz klar vor Augen halten, dass diese Karte nicht zum Spielen neuer Titel geeignet ist. Dafür ist sie weder gedacht noch konzipiert. Eine GT 520 gehört in einen HTPC oder einen Office Rechner aber nicht in ein System, in dem hochauflösende Spiele genutzt werden. Diese Ansicht belegen auch weitere Spieletests, die wir durchgeführt haben. Hier benutzten wir eine Auflösung von 1680×1050 und keine Kantenglättung. Jedoch stellten wir hohe Details ein.

  • Alien vs Predator: 22 fps
  • World in Conflict: 29 fps
  • Metro 2033: nicht Spielbar
  • Stalker: 13 fps
  • Dirt 2: 18 fps

Bei Video- und Bilderdarstellung konnten wir keinerlei Probleme mit der Karte feststellen. Die Farben wurden entsprechend unseres Testmonitors dargestellt. Der große Vorteil dieser Karte wird auch in diesem Nutzungsszenario offensichtlich. Dadurch dass nur die CPU aktiv gekühlt wurde, war das Gesamtsystem sehr leise. Wenn man also auf eine leistungsfähige CPU wie wir sie verwendeten verzichtet, eine passiv kühlbare einsetzt und ein passives Netzteil einsetzt, hat man einen beinahe lautlosen PC. Zumindest theoretisch. Denn in unseren Tests mussten wir feststellen, dass die Karte sehr warm wird. Da sind 74° C Chip-Temperatur im Idle und 93°C unter Last für uns doch etwas zu heiß. Und das auf einem offenen Testsystem. Somit ist es durchaus denkbar, dass die Karte in einem engen HTPC Gehäuse überhitzen kann, wenn sie länger stark beansprucht wird. Hier zeigt sich, dass der passive Kühlkörper nicht ganz ausreichend ist.

Mit Lüfter gehen 38° C im Idle zwar noch in Ordnung, aber 47° C unter Last ist dann schon ziemlich viel für eine Grafikkarte diesen Kalibers. Aus diesem Grund empfehlen wir dann doch die Captiva GT 520 zusammen mit einen Lüfter zu verwenden.

Fazit

Ist die Captiva GT 520 eine Karte die sich lohnt? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Sicherlich zählt sie zu den Einsteigerkarten und sicherlich weiß sie mit ihrem geringen Strombedarf zu überzeugen. Aber der endgültige Funke kann bei uns nicht überspringen. Das liegt wohl auch daran, dass sie für unsere Begriffe doch zu warm wird (vor allem für HTPCs). Nichts desto trotz ist sie geeignet für HTPCs und Office Systeme; hier ist die Leistung ganz klar ausreichend um Filme anzusehen und anspruchslose Spiele zum Zeitvertreib zu spielen. Nur sollte immer ein Gehäuselüfter mitlaufen, um die Karte zu kühlen. Wenn dies beachtet wird dann kann sich die GT 520 durchaus im Heimischen Rechner behaupten und bewähren.

Pro
+ Leistung
+ Verbrauch
+ Lüfterlos

Contra
- Hohe Abwärme