AMD präsentiert “Vishera”

Endlich ist es so weit: AMDs neue CPU-Generation wird der Öffentlichkeit präsentiert. Zuvor erhielt man schon einen Einblick auf die neue Piledriver Architektur durch die kürzlich enthüllten Trinity APUs. Mit Vishera kommt nun der Vollausbau dieser Architektur und damit wird das Erbe des mäßig erfolgreichen Bulldozer angetreten. Einen Vorteil hat Vishera jedenfalls schon: die Erwartungshaltungen sind an ihn nicht so hoch wie seinerzeit an Bulldozer. Erwartete man vom Bulldozer noch, dass er AMD wieder auf Augenhöhe mit Intel führen würde, ist diesmal von vornherein klar, dass Vishera deutlich kleinere Ambitionen hat. AMD versucht zumindest den Rückstand auf Intel etwas zu verkürzen, indem man die gröbsten Schwächen von Bulldozer in Angriff genommen hat. AMD hat aber auch zu keiner Zeit den Eindruck erweckt, dass es sich bei Vishera um eine Revolution handeln würde. Viel mehr hat man gleich durchblicken lassen, dass Vishera lediglich Evolution ist, sprich ein überarbeiteter Bulldozer. Doch was hat die Überarbeitung bewirkt? Wie erfolgreich waren AMDs Bemühungen?

Erste Tests bescheinigen dem FX-8350 als neues Flaggschiff der Vishera-Serie, eine rund 10 % höhere Leistung gegenüber dem FX-8150, dem bisherigen Flaggschiff auf Bulldozer-Basis. Dies könnte man auf den höheren Takt des Vishera schieben. Interessanter Weise jedoch ist ein auf 4 GHz getakteter FX-8150 noch immer rund 7 % langsamer als ein 4 GHz FX-8350. Die Überarbeitung hat also eine Verbesserung der Rechenleistung je Taktzyklus bewirkt. Die wohl größte Baustelle beim Bulldozer. Doch reichen diese 7 % noch bei weitem nicht, um an Intels Ivy-Bridge anzuknüpfen. Zumindest bei eher bescheidenen Spieleleistung des Bulldozers, die vornehmlich dem Modulkonzept geschuldet ist, kann man gute Steigerungen von etwa 10 % vorweisen, die durch die genannte Verbesserung hervorgerufen wurde. Somit stehen die Vishera-CPUs trotz der geringeren Leistung bei Verwendung von High-End Grafikkarten nun nicht mehr schlecht gegenüber der Konkurrenz aus dem Hause Intel da.

Die nächste große Schwäche beim Bulldozer ist der hohe Verbrauch. Auch hier konnte AMD leicht Boden gutmachen. 3 % weniger gegenüber einem gleich getakteten Bulldozer sind zwar keine große Veränderung, aber zusammen mit der gestiegenen Leistung ergibt sich so schon ein besseres Bild in Sachen Effizienz.

Beim Preis backt AMD von Beginn an kleine Brötchen. So liegt die UVP von AMD für das 8-Kern-Flaggschiff bei gerade einmal 199 $.