Wie geht es weiter mit NVidias Fermi-Reihe?
Die Katze ist aus dem Sack: NVidia hat ihr Flagschiff der neuen Generation nach diversen Verzögerungen endlich veröffentlicht. Die Begeisterung in der Öffentlichkeit hält sich jedoch trotz der „Singel-GPU-Performancekrone“ stark in Grenzen. Zu stromhungrig, zu laut und zu teuer. Dem gegenüber steht eine Mehrleistung zu Atis Singel-GPU-Flagschiff HD5870 von ca. 10-20 %.
Die Karte wird es am Markt wohl nicht leicht haben.
Hat NVidia etwa bei Ihrer Neuen Generation versagt?
Mit Nichten, denn die Highendkarten haben primär nur eine Aufgabe: die Performancekrone für ihren Hersteller zu holen. Und das ist der GTX480 auf dem Gebiet der Singel-GPU-Karten gelungen. Bei den Highendkarten ist seit jeher weder der Stromverbrauch noch das Preis-/Leistungsverhältnis besonders wichtig und meist auch eher schlecht gewesen. Das Geld verdienen die Hersteller aber vor allem mit Mittelklassemodellen.
Wie sieht es hier aus für NVidia? 3dcenter.org hat einige interessante Informationen über GF104, der GPU für NVidias Performanceklassekarten, in Erfahrung bringen können (http://www.3dcenter.org/artikel/details-zu-nvidias-performance-chip-gf104). Demnach wird der GF104 nur etwa ein halber GF100 werden. Auf die Doubelprezissionkomponenten soll bei diesem Chip verzichtet werden, dafür kommt er aber mit vollen 64 TMUs, genau wie der GF100, daher. Der GF104 scheint also ein reiner Spielekartenchip zu werden. Der Verbrauch dieses Chips wird wohl ungleich niedriger ausfallen, als der des GF100. Dennoch wird die Spieleleistung einer GF104-basierten Grafikkarte laut Einschätzung von 3dcenter.org auf einigen Gebieten wohl nah an die GTX470 rankommen. Die Texturleistung wird vermutlich sogar höher liegen aufgrund der mutmaßlich höheren Taktraten, die ROP-Leistung fällt nur unwesentlich geringer aus und die Speicherbandbreite limitiert wohl nur selten, zumal die GF104-basierten Karten auf 256bit Speicheranbindung an den GDDR5 Speicher zurückgreifen können, was der HD5870 entspricht. Von der Rechenleistung her muss die GF104-Karte jedoch mit 256 Shadereinheiten gegenüber 448 Shadereinheiten auf der GTX470 deutlich zurückstehen.
3dcenter.org erwartet, dass die schnellste GF104-Karte, mutmaßlich GTS450 genannt, schneller als ATIs HD5830 werden wird. Preislich sollte die mutmaßliche GTS450 wohl etwa gleichauf liegen. Ob sie auch in Sachen Stromverbrauch mithalten kann, muss sich noch zeigen.
ATI kann dem ganzen allerdings gelassen entgegensehen, schlicht weil sie mit sehr gelungenen Karten schon seit Monaten den Markt beherrschen. Die Frage, ob NVidia sich hier noch ein Stück vom Kuchen holen kann, dürfte die Mitarbeiter bei ATI wohl ruhig schlafen lassen. NVidia hingegen befindet sich im Zugzwang und die Messlatte wurde von ATI hoch gelegt.
Es bleibt also auch weiterhin spannend.

[...] GTS450 [...]
[...] denkbare Möglichkeit wäre eine Niedrigvoltversion des GF104. Es ist aber auch denkbar, dass sich dahinter ein völlig anderer Chip verbirgt, der speziell für [...]