GTX480 eine Alternative zur Tesla?
NVidia hat vor allem drei GPU-Produktreihen im Portfolio, die bislang alle auf ein und der selben GPU basierten: GeForce (für den Konsumermarkt), Quadro (für das Profi-Grafiksegment) und seit der Einführung von CUDA mit dem G80 auch Tesla (für GPGPU-Hochleistungsrechner).
Ein Problem dabei für NVidia war, dass man statt der sehr teuren Profi-Hardware einfach auf eine vergleichsweise billige und fast identische GeForce ausweichen konnte. Bei alten GeForce-Modellen reicht es, ein Häkchen im Rivatuner zu setzen, und schon wird die Karte als Quadro erkannt und bringt auch tatsächlich die entsprechend höhere Leistung in CAD-Anwendungen. Diesen Softwaremod hat NVidia dann durch Differenzen in der Hardware unterbunden. Die Spezialisierung war also mit normalen GeForce-Karten nicht mehr möglich. Doch mit CUDA führte NVidia ein weiteres wichtiges Feature ein, dass für den professionellen Einsatz gefragt ist. Somit kann man direkt auf der GPU mit C, C++, OpenCL, DirectCompute oder Fortran programmieren und die massive parallele Rechenleistung der GPU für Berechnungen nutzen. Hier kommt NVidias Tesla-Reihe ins Spiel. Aber Tesla-Karten sind sehr kostspielig, was durch die besondere Qualität, ein paar zusätzlichen Features, mehr Speicher und die geringen Stückzahlen begründet werden kann. Aber wenn man auf die zusätzlichen Features verzichten kann und der größere VRAM kein muss ist, konnte man bisher eine Menge Geld sparen, indem man einfach eine GeForce statt der teureren Quadro oder Tesla nimmt.
GeForce-Karten verfügen über ähnlich hohe CUDA-Leistung und sind bedeutend günstiger in der Anschaffung, da es Massenware ist.
Zuletzt machte die Universität von Antwerpen mit ihrem Supercomputer Fastra II von sich Reden, der mit sechs GTX295 für Rechenleistung und einer GTX275 für die Bildwiedergabe bestückt ist. Damit verfügt die Universität über einen Supercomputer, der sich mit den Millionen € teuren Supercomputern anderer Institutionen in Sachen Rechenleistung messen kann, hat dafür aber nur ein Budget von ca. 10.000,- € benötigt.
Hier hat sich NVidia nun wohl ebenfalls etwas einfallen lassen. Zwar verfügen die neuen GTX470/480-Karten über eine enorme CUDA-Leistung, ähnlich ihren Profi-Derivaten, aber angeblich nur über etwa 1/4 der Double-Prezission-Leistung. Diese ist ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke wichtig. Für den Konsumermarkt reicht Singel-Prezission, was die GTX480 mutmaßlich ähnlich gut beherrscht wie ihr Tesla-Derivat.
Hexus schreibt dazu:
„Delve a little deeper, handily not mentioned in any briefing, and NVIDIA is limiting the double-precision speed of the desktop GF100 part to one-eighth of single-precision throughput, rather than the one-fifth speed of the Radeon HD 5000-series. We’ll have to wait for the Tesla parts before that’s restored to the one-half speed the GF100 is capable of.“
Quelle: http://www.hexus.net/content/item.php?item=24000&page=3
Die Tesla-Version unterscheidet sich aber auch in anderen Dingen von der GeForce. So soll die Tesla über die vollen 512 Shader des Fermi verfügen, bei der GTX480 wurden diese auf 480 Shader reduziert. Die Taktraten der Tesla fallen niedriger aus und auch der Stromverbrauch soll mit 190 Watt laut NVidia deutlich niedriger liegen. Mutmaßlich ist dies wohl auf eine niedrigere GPU-Spannung zurückzuführen. Der VRAM wird mit 3 GB GDDR5 für die Tesla 2050 bzw. 6 GB GDDR5 für die Tesla 2070 deutlich größer als bei der GTX480 ausfallen.
Ob auch die Quadro über die vollen 512 Shader des Fermi verfügen wird, ist uns noch nicht bekannt.
Produktlink von NVidia: http://www.nvidia.de/object/product_tesla_C2050_C2070_de.html
